
Um ein Drehbuch zu schreiben, entwickelst du zuerst die Geschichte in kurzen Texten (Logline, Exposé, Treatment) und schreibst sie dann Szene für Szene im Drehbuchformat: mit Szenenüberschrift, Handlung im Präsens und Dialogen unter dem Namen der Figur. Eine Seite entspricht dabei ungefähr einer Minute Film.
Das klingt nach Regelwerk, ist aber vor allem Handwerk. Das Format sorgt dafür, dass alle im Team das Drehbuch gleich lesen: Regie, Schauspiel, Produktion und Kamera. Die Geschichte musst du trotzdem selbst finden, und dabei helfen die Schritte weiter unten.
Was ist ein Drehbuch?
Ein Drehbuch ist der schriftliche Bauplan eines Films oder einer Folge. Es beschreibt im Präsens nur, was das Publikum sehen und hören wird, und folgt einem festen Layout, damit sich eine Seite ungefähr so schnell liest, wie der fertige Film läuft. Drehbuchschreiben ist näher an der Architektur als an der Prosa: Du kannst keine Gedanken beschreiben, keine Vorgeschichte erzählen und nicht bei einem schönen Satz verweilen. Alles muss über Verhalten, Bild und Sprache sichtbar werden. Genau in dieser Beschränkung liegt die Kunst. Mehr dazu im Ratgeber Was ist ein Drehbuch?.
Das Drehbuchformat: alle Elemente
Deutsche Drehbücher folgen heute meist dem internationalen Layout: Courier in 12 Punkt, Szenenüberschriften und Figurennamen in Großbuchstaben, Dialoge als schmale Spalte in der Mitte. Viele deutsche Produktionen nummerieren die Szenen von Anfang an, etwa „1. INT. KÜCHE - TAG“. Manche schreiben INNEN und AUSSEN statt INT. und EXT., beides wird verstanden.
| Element | Wozu es dient | Beispiel |
|---|---|---|
| Szenenüberschrift | Innen oder außen, Ort und Tageszeit | EXT. KLEINGARTEN - TAG |
| Handlung | Was man sieht und hört, im Präsens | Mira zieht Unkraut aus dem Beet. |
| Figur | Name der sprechenden Figur in Großbuchstaben | JONAS |
| Regieanweisung in Klammern | Kurzer Hinweis, wie ein Satz gesprochen wird | (ohne aufzusehen) |
| Dialog | Was die Figur sagt | Dann soll er warten. |
| Übergang | Besonderer Schnitt, sparsam einsetzen | ABBLENDE. |
| Einstellung | Nur wenn die Geschichte ein bestimmtes Bild braucht | DETAIL: DER SCHLÜSSELBUND |
Stimmen aus dem Off kennzeichnest du hinter dem Namen, zum Beispiel MIRA (OFF). Neue Figuren stehen beim ersten Auftritt in der Handlung in Großbuchstaben, oft mit Alter: JONAS (31) kommt aus der Laube. Eine fertige Datei mit allen Elementen bekommst du in der kostenlosen Drehbuch-Vorlage.
Seitenränder, Szenennummern und Seitenzahlen
Die Maße stammen aus dem amerikanischen Standard und gelten auf A4 sinngemäß: links etwa 3,8 cm Rand für die Bindung, rechts und oben etwa 2,5 cm. Der Dialog beginnt rund 6,4 cm vom linken Blattrand, der Figurenname steht weiter eingerückt darüber. Die Seitenzahl gehört oben rechts, die Titelseite bekommt keine.
Szenennummern stehen links, oft auch rechts neben der Szenenüberschrift. Spätestens in der Drehfassung sind sie Pflicht, denn Drehplan, Dispo und Schnitt beziehen sich darauf. Wird später eine Szene eingefügt, bekommt sie eine Nummer wie 12A, damit die übrigen Nummern gleich bleiben.
Die Titelseite
Die erste Seite trägt nur den Titel, darunter „Drehbuch von“ und deinen Namen, unten links oder rechts deine Kontaktdaten und das Datum der Fassung. Keine Bilder, keine Inhaltsangabe, kein Motto. Wer das Drehbuch liest, soll sofort wissen, welche Fassung vorliegt und wie du erreichbar bist. Das genaue Layout zeigt der Ratgeber zur Titelseite.
Ein Drehbuch schreiben in sechs Schritten
- Idee: Notiere, wer etwas will, was im Weg steht und warum es gerade jetzt passieren muss. Eine Idee ohne Konflikt ist eine Stimmung, noch keine Geschichte.
- Logline: Fasse den Film in einem Satz zusammen, mit Hauptfigur, Ziel, Hindernis und dem, was auf dem Spiel steht. Gelingt der Satz nicht, ist die Geschichte noch unklar. Formel und Beispiele stehen im Ratgeber Was ist eine Logline?.
- Exposé: Erzähl die ganze Geschichte auf ein bis fünf Seiten in Prosa, mit Anfang, Mitte und Ende. Hier prüfst du, ob die Handlung trägt. Wie das geht, zeigt der Ratgeber Exposé schreiben.
- Treatment und Szenenübersicht: Erweitere das Exposé Szene für Szene, im Präsens und fast ohne Dialog, und halte für jede Szene in einer Zeile fest, wo sie spielt, wer darin vorkommt und was sich am Ende verändert hat. Ein Spielfilm hat meist 40 bis 60 Szenen. Wie beide Texte aussehen, erklärt der Ratgeber zu Exposé und Treatment.
- Erste Fassung: Schreib das Drehbuch zügig bis zum Ende, ohne jede Szene zu polieren. Ziel ist eine vollständige Fassung, keine perfekte.
- Überarbeitung: Lies die Fassung am Stück, am besten laut, und notiere, wo es hakt. Überarbeite dann in Durchgängen: erst die Struktur, dann die Figuren, dann den Dialog, zuletzt Sprache und Format.
Nicht jedes Projekt braucht alle Stufen. Für einen Kurzfilm reichen oft eine Logline und eine halbe Seite Handlung. Für Spielfilm oder Serie verlangen Produktionsfirmen, Sender und Förderer dagegen meist ein Exposé oder Treatment, bevor ein Drehbuch entsteht.
Figuren, Konflikt und Aufbau in drei Akten
Bevor du die erste Szene schreibst, solltest du zwei Fragen beantworten können: Was will deine Hauptfigur, und was steht ihr im Weg? Ein Drehbuch erzählt, wie jemand unter Druck handelt. Ohne Ziel und Widerstand gibt es keine Entscheidungen, und ohne Entscheidungen keine Szenen, die sich lohnen.
Figuren entwickeln
Gib jeder wichtigen Figur ein äußeres Ziel und ein inneres Bedürfnis, die sich reiben. Im Beispiel unten will Mira den Garten ihres Vaters behalten (äußeres Ziel), braucht aber eigentlich den Abschied, den sie seit Monaten vermeidet (inneres Bedürfnis). Jonas will verkaufen, weil er die Schulden des Vaters geerbt hat und es Mira nicht sagen will. Beide haben recht, und genau das macht den Konflikt interessant.
Ein Gegenspieler muss kein Bösewicht sein. Oft ist es ein Mensch, der Gutes will, nur etwas anderes. Prüfe für jede Figur, ob sie in mindestens einer Szene eine Entscheidung trifft. Figuren, die nur Informationen liefern, kannst du meist streichen oder zusammenlegen.
Dramaturgie: die drei Akte
Die meisten Filme lassen sich in drei Akte teilen. Das ist kein Gesetz, aber ein verlässliches Werkzeug, um zu prüfen, ob die Geschichte Spannung aufbaut. Für einen Spielfilm von rund 100 Seiten sieht die grobe Aufteilung so aus:
| Akt | Ungefährer Umfang | Was passiert | Im Kleingarten-Beispiel |
|---|---|---|---|
| 1. Akt: Exposition | erstes Viertel | Welt und Figur, dann ein Ereignis, das alles in Gang setzt | Der Vater stirbt, der Verein setzt eine Frist für die Schlüssel. |
| 2. Akt: Konfrontation | etwa die Hälfte | Die Figur verfolgt ihr Ziel, die Hindernisse wachsen, in der Mitte kippt etwas | Mira sabotiert den Verkauf und findet heraus, warum Jonas verkaufen muss. |
| 3. Akt: Auflösung | letztes Viertel | Der Höhepunkt zwingt zur Entscheidung, danach eine neue Ordnung | Mira erntet die Tomaten ein letztes Mal und gibt selbst die Schlüssel ab. |
Andere Modelle wie die Heldenreise oder ein Beat Sheet mit fünfzehn Stationen zerlegen dieselbe Bewegung feiner, und der Ratgeber zur 3-Akt-Struktur zeigt, wo Wendepunkte und Midpoint liegen. Welches du nimmst, ist weniger wichtig als die Frage dahinter: Verändert sich am Ende jedes Akts die Lage so, dass die Figur nicht mehr zurück kann?
Drehbuch-Beispiel: eine Szene
Eine kurze, eigene Beispielszene: Mira und Jonas räumen nach dem Tod ihres Vaters seinen Schrebergarten. Achte darauf, wie wenig die Handlung erklärt. Sie zeigt nur, was die Kamera sieht und das Mikrofon hört.
EXT. KLEINGARTEN - TAG Herbst. Eine Gartenlaube mit grünen Fensterläden, die Farbe blättert. Auf dem Weg stehen Umzugskartons. MIRA (28) zieht Unkraut aus einem Beet, das niemand mehr pflegt. JONAS (31) kommt mit einem Zollstock aus der Laube. JONAS Der Verein will die Schlüssel bis Sonntag. MIRA (ohne aufzusehen) Papa hat die Tomaten nie vor Oktober geerntet. JONAS Mira. Es gibt einen Käufer. Mira steht auf, wischt sich die Hände an der Jeans ab und nimmt ihm den Zollstock aus der Hand. MIRA Dann soll er warten.
Nirgends steht, dass Mira trauert oder dass die Geschwister zerstritten sind. Das erzählen das Unkraut, die Antwort, die keine ist, und der Zollstock, den sie ihm abnimmt. So arbeitet ein Drehbuch: Es beschreibt Verhalten, keine Gedanken. Wie dieselbe Szene als Bildfolge aussieht, zeigt das Beispiel in der Storyboard-Vorlage.
Szenen bauen und Dialoge schreiben
Eine Szene aufbauen
Jede Szene braucht eine Figur, die etwas will, und einen Grund, warum sie es nicht sofort bekommt. Am Ende der Szene sollte sich etwas verschoben haben: eine Information, ein Machtverhältnis, eine Stimmung. Bleibt alles gleich, gehört die Szene vermutlich nicht in den Film.
- Steig so spät wie möglich ein. Die Szene oben beginnt nicht mit der Ankunft im Garten, sondern mitten in der Arbeit.
- Kläre das Ziel der Szene für jede Figur. Jonas will eine Zusage, Mira will Zeit gewinnen.
- Lass den Konflikt steigen. Erst die Frist, dann der Käufer: Der Druck wird mit jedem Satz größer.
- Hör früh auf. Die Szene endet mit Miras Antwort, nicht mit Jonas' Reaktion darauf. Was er denkt, erzählt die nächste Szene.
Dialog und Untertext
Guter Dialog klingt wie gesprochene Sprache, ist aber verdichteter: keine Begrüßungen, keine Wiederholungen, kein „Wie du ja weißt“. Wichtig ist der Untertext, also das, was eine Figur meint, aber nicht ausspricht. Mira redet über Tomaten und meint ihren Vater. Jonas sagt „Es gibt einen Käufer“ und meint: Ich kann nicht mehr warten.
Ein einfacher Test: Lies nur die Dialogzeilen einer Figur hintereinander. Klingt sie wie die anderen, fehlt ihr eine eigene Stimme, etwa ein bestimmter Wortschatz, ein Satzrhythmus oder etwas, das sie nie sagen würde. Und lies Dialoge laut. Was du beim Sprechen nicht über die Lippen bekommst, wird auch am Set nicht besser.
Bildlich schreiben
Die Handlung ist kein Roman, sondern eine Beschreibung dessen, was die Kamera zeigt. Wähle wenige, genaue Details statt vieler Adjektive: Die blätternde Farbe an den Fensterläden erzählt mehr über den verlassenen Garten als „ein trauriger, verwahrloster Ort“. Ein Absatz entspricht ungefähr einem Bild. Wenn du einen neuen Absatz beginnst, sieht die Leserin automatisch eine neue Einstellung, ohne dass du sie hinschreiben musst.
Wie fängt man ein Drehbuch an?
Fang so nah wie möglich am Problem an. Die erste Seite sollte klarmachen, wessen Geschichte es ist, und andeuten, was in dieser Welt nicht stimmt, denn Leserinnen und Leser entscheiden schnell, ob sie weiterlesen. Eine Möglichkeit ist der Cold Open: Du steigst mitten in eine Situation ein, ohne Vorlauf. So beginnt Last Call aus unserem Drehbuchmuseum. Nach einer halben Seite weiß man, wer was will und warum es heute Nacht nicht klappen kann.
Wie endet ein Drehbuch?
Ein Drehbuch endet, indem es die Frage beantwortet, die der erste Akt gestellt hat. Der Höhepunkt zwingt die Hauptfigur zu einer Entscheidung, die zeigt, wer sie geworden ist, und das Schlussbild spiegelt oder verkehrt das Anfangsbild. Hänge nach der Antwort keine Szenen mehr an: Das Publikum verlässt die Geschichte innerlich in dem Moment, in dem sie zu Ende erzählt ist. Im Kleingarten-Beispiel endet der Film, als Mira selbst die Schlüssel abgibt, nicht mit dem Umzug danach.
Aus kurzen Beispielen lernen
Drehbücher zu lesen ist der schnellste Weg, Format und Rhythmus zu verinnerlichen. Das Drehbuchmuseum versammelt sechs eigene, einseitige Drehbücher, jedes um eine Technik gebaut: ein Cold Open, Zeigen statt Erzählen, ein gegengeschnittenes Telefonat, Untertext im Dialog, Voice-over gegen das Bild und Druck an einem einzigen Ort. Jedes kannst du als eigenes Projekt öffnen und auseinandernehmen.
Wie lang ist ein Drehbuch? Kurzfilm, Serie und Spielfilm
Die Faustregel „eine Seite, eine Minute“ hilft bei jeder Planung. Sie ist ein Mittelwert: Actionszenen mit wenig Dialog laufen auf der Leinwand oft länger, schnelle Wortwechsel kürzer. Grobe Richtwerte:
| Format | Laufzeit | Seiten im Drehbuch |
|---|---|---|
| Kurzfilm | meist 5 bis 15 Minuten | 5 bis 15 |
| Serienfolge, halbstündig | etwa 25 bis 30 Minuten | 25 bis 35 |
| Serienfolge, einstündig | etwa 45 bis 60 Minuten | 45 bis 65 |
| Fernsehfilm | etwa 90 Minuten | 85 bis 100 |
| Kinospielfilm | 90 bis 120 Minuten | 90 bis 120 |
Kurzfilm-Drehbuch
Ein Kurzfilm-Drehbuch hat meist 5 bis 15 Seiten, also etwa 5 bis 15 Minuten. Plane den ersten Kurzfilm lieber kurz: wenige Figuren, ein oder zwei Drehorte und ein klarer Moment, in dem sich etwas verändert. Jeder zusätzliche Drehort macht den Dreh aufwendiger, ohne dass die Geschichte automatisch besser wird.
Drehbuch für Videos
Für YouTube-Videos, Erklärvideos oder Imagefilme ohne Spielhandlung nutzen viele ein zweispaltiges Drehbuch: links das Bild, rechts der Ton mit Sprechertext, Musik und Geräuschen. Sobald Figuren miteinander sprechen, ist das klassische Drehbuchformat übersichtlicher. Für Reels und Shorts lohnt sich zusätzlich ein Storyboard im Hochformat.
Häufige Fehler beim Drehbuchschreiben
- Gedanken statt Bilder. „Sie denkt an ihre Kindheit“ kann niemand filmen; zeig, was sie tut.
- Lange Handlungsblöcke. Mehr als vier Zeilen am Stück liest kaum jemand genau; teile sie nach Bildern auf.
- Kameraanweisungen in jeder Szene. Auflösung und Schnitt sind Sache der Regie; gib ein Bild nur vor, wenn die Geschichte es braucht.
- Dialog, der alles erklärt. Menschen sagen selten genau, was sie meinen. Lass Raum zwischen den Zeilen.
- Vergangenheitsform. Ein Drehbuch steht im Präsens, weil es beschreibt, was gerade auf der Leinwand passiert.
- Zu viele Figuren mit Namen. Wer nur einmal etwas reicht, heißt „KELLNERIN“, nicht „Sabine Krause“. Sonst sucht die Leserin nach einer Bedeutung, die es nicht gibt.
- Ein Anfang, der zu lange braucht. Wer auf den ersten zehn Seiten nicht weiß, worum es geht, liest oft nicht weiter. Setz das auslösende Ereignis früh.
- Keine Überarbeitung. Die erste Fassung ist der Anfang der Arbeit, nicht das Ende.
Feedback, Überarbeitung und Einreichen
Gib die erste Fassung nicht sofort weiter. Leg sie ein paar Tage weg, lies sie dann am Stück und arbeite deine eigenen Notizen ein. Erst die zweite oder dritte Fassung zeigst du anderen.
- Such dir zwei oder drei Leserinnen und Leser, die gern Filme schauen, und nicht nur Menschen, die dich schonen.
- Frag konkret: Wo wurde es langweilig? Wem hast du nicht geglaubt? Was hast du nicht verstanden?
- Notiere Rückmeldungen, ohne dich zu verteidigen. Wenn mehrere an derselben Stelle stolpern, liegt dort ein Problem, auch wenn ihre Lösungsvorschläge nicht passen.
- Nummeriere und datiere deine Fassungen. So kannst du zurück, wenn eine Änderung nicht funktioniert hat.
Überarbeite in getrennten Durchgängen und nimm dir pro Durchgang eine Frage vor:
- Struktur: Wendet sich jeder Akt an der richtigen Stelle, und beantwortet das Ende die Frage des Anfangs? Hier verschiebst, verbindest oder streichst du ganze Szenen.
- Figuren: Verfolge jede Hauptfigur einzeln durch das Drehbuch. Will sie in jeder ihrer Szenen etwas, und verändert sich die Hauptfigur?
- Szenen: Steig spät ein und früh aus. Frag bei jeder Szene, was sich in ihr verändert. Eine Szene, in der nichts passiert, ist eine Kandidatin zum Streichen.
- Dialog: Lies die Sätze laut, gib jeder Figur eine eigene Sprechweise und streich, was das Publikum ohnehin sieht. Übungen dazu stehen im Ratgeber Dialog schreiben.
- Feinschliff: Kürze Handlungsabsätze, korrigiere Format und Tippfehler und vergleiche die Seitenzahl mit deiner Ziellänge.
Wer alles gleichzeitig verbessern will, poliert oft Sätze in Szenen, die später ohnehin fliegen. Speichere vor jedem Durchgang eine neue Version, damit du Fassungen vergleichen und eine gestrichene Szene zurückholen kannst.
Wer ein Drehbuch anbieten will, braucht meist mehr als die Seiten selbst: eine Logline, ein Exposé und oft ein kurzes Anschreiben. Produktionsfirmen und Sender lesen unverlangte Drehbücher häufig nicht, ein Exposé dagegen eher. Für die Stoffentwicklung gibt es in Deutschland Filmförderung des Bundes, etwa über die Filmförderungsanstalt (FFA), und Förderprogramme der Länder. Die Bedingungen unterscheiden sich stark und ändern sich, also lies vor jeder Einreichung die aktuellen Richtlinien der jeweiligen Stelle. Für Kurzfilme sind Festivals und Hochschulwettbewerbe ein guter Weg, ein Drehbuch umgesetzt zu sehen.
Drehbuch schreiben mit Software
In einem normalen Textprogramm setzt du Einrückungen, Großbuchstaben und Seitenumbrüche von Hand. Ein Drehbuchprogramm übernimmt das. In Scenaloom wählst du das Element, etwa Szenenüberschrift, Figur oder Dialog, und der Editor formatiert beim Tippen: im Hollywood-Layout mit Courier Prime 12 Punkt, 55 Zeilen pro Seite und automatischen (MORE)- und (CONT'D)-Vermerken.
Logline, zentrales Thema und die Regeln deiner Welt hältst du im Weltbild fest, die Struktur in der Gliederung mit Beats aus dem Drei-Akt-Modell oder einer anderen Erzählstruktur. Die KI macht auf Wunsch Vorschläge zu einer Zeile, einer Szene oder der ganzen Fassung; dein Drehbuch ändert sich erst, wenn du einen Vorschlag übernimmst. Story-Map, Gliederung und Szenenboard beziehen sich auf dieselbe Fassung, eine Änderung im Drehbuch zeigt sich also sofort in der Struktur. Exportieren kannst du als PDF, Final Draft (.fdx), Fountain oder Word. Der kostenlose Plan braucht keine Karte: Kostenlos starten
Häufige Fragen
Wie schreibt man ein Drehbuch?
Man entwickelt zuerst die Geschichte über Idee, Logline, Exposé und Treatment und schreibt sie dann Szene für Szene im Drehbuchformat. Danach folgen mehrere Überarbeitungen. Wichtig ist, nur aufzuschreiben, was man sehen und hören kann.
Wie viele Seiten hat ein Drehbuch?
Ein Spielfilm-Drehbuch hat meist 90 bis 120 Seiten, weil eine Seite etwa einer Minute Film entspricht. Ein Kurzfilm hat entsprechend 5 bis 15 Seiten. Die Faustregel gilt nur, wenn du das Standardformat mit Courier 12 Punkt benutzt.
Kann ich Drehbuch schreiben lernen, ohne Filmschule?
Ja, die meisten lernen es durch Lesen und Schreiben. Lies veröffentlichte Drehbücher von Filmen, die du kennst, und schreib regelmäßig kurze Szenen. Ein Kurzfilm-Drehbuch von fünf Seiten ist ein guter erster Schritt.
Wie ist ein Drehbuch aufgebaut?
Ein Drehbuch besteht aus nummerierten Szenen, die jeweils mit einer Szenenüberschrift beginnen (innen oder außen, Ort, Tageszeit), gefolgt von Handlung und Dialog. Dramaturgisch teilen die meisten Filme die Geschichte in drei Akte: Exposition, Konfrontation und Auflösung. Vor dem Drehbuch stehen meist Logline, Exposé und Treatment.
Schreibt man ein Drehbuch im Präsens?
Ja, die Handlung steht immer im Präsens: „Mira steht auf“, nicht „Mira stand auf“. Das Drehbuch beschreibt, was in diesem Moment auf der Leinwand zu sehen ist.
Muss ich mein Drehbuch schützen lassen?
Nein, in Deutschland ist ein Drehbuch als Werk automatisch urheberrechtlich geschützt, sobald es geschrieben ist; eine Anmeldung ist nicht nötig. Wichtig ist, im Streitfall belegen zu können, dass du es zuerst geschrieben hast. Bewahre deshalb datierte Fassungen auf und dokumentiere, wem du das Drehbuch wann geschickt hast.
Wie lange dauert es, ein Drehbuch zu schreiben?
Eine feste Regel gibt es nicht. Viele brauchen für Gliederung und erste Fassung einige Wochen bis wenige Monate und für die Überarbeitungen noch einmal so lange oder länger. Ein Tagesziel hilft mehr als eine Frist: Drei Seiten am Tag ergeben in etwa fünf Wochen eine vollständige erste Fassung eines Spielfilms.
Was muss man beim Drehbuchschreiben beachten?
Schreib nur, was man sehen und hören kann, im Präsens und im Standardformat. Kläre vor der ersten Szene, was deine Hauptfigur will und was ihr im Weg steht, setz das auslösende Ereignis früh und überarbeite in getrennten Durchgängen. Und lies deine Fassung laut, bevor du sie jemandem gibst.
Brauche ich ein spezielles Programm, um ein Drehbuch zu schreiben?
Nein, aber es spart viel Arbeit. In einem normalen Textprogramm stellst du Ränder, Elemente und Seitenumbrüche von Hand ein. Ein Drehbuchprogramm formatiert beim Tippen und setzt Vermerke wie (MORE) und (CONT'D) an Seitenumbrüchen selbst. Scenaloom läuft im Browser und hat einen kostenlosen Plan.