
Was ist ein Drehbuch? Ein Drehbuch ist die schriftliche Vorlage eines Films: ein Text in festem Seitenformat, der die Geschichte über Szenenüberschriften, Handlung und Dialog erzählt, und zwar nur das, was das Publikum sehen und hören wird. Drehbuchschreiben ist das Handwerk, einen solchen Text zu verfassen. Ein fertiges Drehbuch für einen Spielfilm hat meist 90 bis 120 Seiten.
Der Name verrät die Aufgabe: Filme werden gedreht, und das Drehbuch ist das Buch, nach dem gedreht wird. Dieser Ratgeber erklärt, was ein Drehbuch ausmacht, wie es sich von Skript, Theaterstück, Hörspiel und Roman unterscheidet, was eine Drehfassung ist, wie lang ein Drehbuch ist und wer es liest. Wenn du selbst anfangen willst, geht es im Ratgeber Drehbuch schreiben weiter.
Was bedeutet Drehbuchschreiben?
Drehbuchschreiben heißt, Geschichten zu schreiben, die gefilmt werden. Die Autorin oder der Autor entscheidet, was passiert, in welcher Reihenfolge, wer was sagt und was die Kamera in jeder Szene vorfindet. Nicht entschieden wird, wie gedreht, beleuchtet oder gespielt wird. Das gehört zu Regie, Team und Ensemble.
Diese Grenze prägt das ganze Handwerk. Einen Gedanken kannst du nur beschreiben, wenn er sich in einem Gesicht zeigt oder in einem Satz herauskommt, und einen Absatz Vorgeschichte nur verwenden, wenn er auf der Leinwand zu etwas wird. Die Arbeit besteht darin, die Momente zu wählen, aus denen das Publikum alles andere erschließt.
So sieht ein Drehbuch aus
Jedes Drehbuch besteht aus wenigen Elementen: einer Szenenüberschrift, die sagt, wo und wann, der Handlung, die beschreibt, was wir sehen, oft auch Szenen- oder Bildbeschreibung genannt, dem Namen der sprechenden Figur, dem Dialog darunter, ab und zu einer Regieanweisung in Klammern und einem Übergang. Gesetzt wird in Courier 12 Punkt mit festen Einzügen, in Deutschland meist auf A4, sodass jedes Drehbuch auf der Seite ähnlich aussieht. Hier ein eigenes Beispiel:
EXT. HAFENMOLE - MORGENGRAUEN Nebel. Ein kleines Boot stößt gegen die Steine. GRETE (70) löst die Leine, ihre Hände kennen den Knoten. Ihr Enkel JANNIK (12) rennt die Stufen herunter, außer Atem. JANNIK Du hast gesagt, du weckst mich. GRETE Ich hab gesagt, ich warte. Sie gibt ihm die Leine.
Elf Zeilen tragen einen Ort, eine Zeit, zwei Menschen, eine gemeinsame Geschichte und eine Entscheidung. Für diese Sparsamkeit ist das Format da. Alle Elemente mit ihren Einzügen erklärt der Ratgeber zum Drehbuch-Aufbau.
Drehbuch und Skript: gibt es einen Unterschied?
Ein Drehbuch ist ein Skript für die Leinwand. Jedes Drehbuch ist also ein Skript, aber nicht jedes Skript ist ein Drehbuch. „Skript“ ist das weitere Wort und umfasst auch Theaterstücke, Hörspiele, Podcasts, Videospiele und Werbespots. Im Film- und Fernsehalltag werden beide Wörter fast gleich verwendet.
- Drehbuch für den Film: meist für einen Spielfilm oder Kurzfilm.
- Drehbuch für eine Serie: dasselbe Seitenformat, je nach Serie mit Akten oder einem Teaser. Die Unterschiede erklärt der Ratgeber Serie schreiben.
- Theaterstück: für die Bühne geschrieben. Das Format ist anders, Figurennamen stehen oft links, Regieanweisungen kursiv oder in Klammern, es lebt stärker vom Dialog und spielt live vor Publikum in einem Raum.
- Hörspiel: in Deutschland mit langer Tradition im Radio. Das Manuskript arbeitet nur mit Stimmen, Geräuschen und Musik, deshalb übernimmt der Ton, was im Drehbuch das Bild leistet.
- Roman: zum Lesen geschrieben. Ein Roman kann in den Kopf einer Figur schauen und Jahre in einem Satz zusammenfassen. Ein Drehbuch kann nur zeigen und Menschen sprechen lassen.
Von der ersten Fassung zur Drehfassung
Ein Drehbuch durchläuft mehrere Fassungen. Schreibst du ohne Auftrag, entsteht ein Initiativdrehbuch, im Englischen Spec Script genannt: ein Drehbuch, das verkaufen oder zeigen soll, was du kannst. Häufiger entsteht ein Drehbuch in Deutschland im Auftrag einer Produktionsfirma, oft über Exposé und Treatment und gefördert durch Drehbuch- oder Stoffentwicklungsförderung. Am Ende steht die Drehfassung, die für die Produktion vorbereitete Version.
Die Unterschiede zeigen sich auf der Seite:
- Szenennummern: In frühen Fassungen oft noch locker, in der Drehfassung festgeschrieben. Eine eingefügte Szene wird zu 12A, eine gestrichene bleibt als „entfällt“ stehen, damit sich die Nummern nicht verschieben.
- Kameraangaben: in Lesefassungen selten, in der Drehfassung können Einstellungen und Inserts hinzukommen.
- Änderungen: Die Drehfassung trägt Änderungsmarkierungen und datierte, oft farbige Austauschseiten, sobald etwas geändert wird. Eine Lesefassung ist eine saubere Fassung.
- Leserschaft: Lesefassungen lesen Produktion, Redaktion, Förderer und Jurys, die Drehfassung lesen das Ensemble und jedes Gewerk.
Wie lang ist ein Drehbuch?
Ein Spielfilm-Drehbuch hat meist 90 bis 120 Seiten, weil eine formatierte Seite ungefähr eine Minute Film ergibt. Eine halbstündige Serienfolge hat etwa 25 bis 35 Seiten, eine einstündige etwa 45 bis 65, ein Fernsehfilm von 90 Minuten rund 90 Seiten. Ein Kurzfilm kann von einer bis zu etwa 30 Seiten reichen.
Die Seitenzahl ist ein Richtwert, keine Stoppuhr: Eine Seite schneller Dialog läuft kürzer als eine Seite dichter Handlung. Aber genau deshalb ist das Format so streng. Änderst du Schrift oder Ränder, bedeutet eine Seite keine Minute mehr.
Wer liest ein Drehbuch?
Ein Drehbuch wird lange vor dem Dreh gelesen, von vielen Menschen mit verschiedenen Fragen:
- Dramaturginnen, Lektoren und Redakteure, die Gutachten schreiben und entscheiden, ob ein Drehbuch weiterkommt. Mehr dazu im Ratgeber Drehbuch-Gutachten.
- Produzentinnen, Förderer und Geldgeber, die Kosten, Besetzung und Markt einschätzen.
- Regie und Schauspiel, die entscheiden, ob sie den Film machen wollen.
- Jedes Gewerk, sobald der Film grünes Licht hat: Die Regieassistenz macht daraus Drehplan und Tagesdisposition, das Szenenbild liest es auf Motive und Requisiten hin, das Kostüm auf Kleidung.
Deshalb zählt Klarheit mehr als Stil. Jede dieser Personen muss schnell finden, was sie sucht.
Ein kurzes Drehbuch lesen
Am schnellsten verstehst du, was ein Drehbuch ist, wenn du eins liest. Im Drehbuchmuseum stehen sechs eigene, einseitige Drehbücher, jedes zeigt eine einzelne Technik, etwa einen Cold Open, Parallelmontage, Untertext oder Voice-over. Jedes kannst du als eigenes Projekt öffnen, um es zu studieren oder umzuschreiben.
Ein Drehbuch in Scenaloom schreiben
Scenaloom ist ein Drehbuchprogramm im Browser, das beim Tippen formatiert: Courier Prime 12 Punkt, die richtigen Einzüge für jedes Element und (MORE) und (CONT'D) an Seitenumbrüchen. Du kannst eine Lesefassung ohne Szenennummern schreiben, die Nummern später für die Drehfassung festschreiben und Änderungen markieren. Exportieren kannst du als PDF oder Final Draft (.fdx). Beginne ein Drehbuch im kostenlosen Plan, ohne Karte.
Häufige Fragen
Was ist ein Drehbuch einfach erklärt?
Ein Drehbuch ist die schriftliche Vorlage für einen Film, aufgebaut aus Szenenüberschriften, Handlung, Figurennamen und Dialog in einem festen Format. Es beschreibt nur, was das Publikum sehen und hören wird, und überlässt Kameraarbeit und Spiel der Regie und den Schauspielerinnen und Schauspielern. Ein Spielfilm-Drehbuch hat meist 90 bis 120 Seiten, etwa eine Seite pro Minute.
Was ist der Unterschied zwischen Drehbuch und Skript?
Ein Drehbuch ist ein Skript für den Film. Skript ist der weitere Begriff und umfasst auch Theaterstücke, Serienfolgen, Hörspiele, Podcasts und Spiele. Im Film- und Fernsehalltag werden beide Wörter fast gleich verwendet. Ein Theatertext nutzt allerdings ein anderes Seitenformat.
Wie sieht ein Drehbuch aus?
Ein Drehbuch ist in Courier 12 Punkt gesetzt. Jede Szene beginnt mit einer Überschrift in Großbuchstaben, etwa „INT. KÜCHE - NACHT“, darunter folgt die Handlung im Präsens. Der Name der sprechenden Figur steht eingerückt in Großbuchstaben, der Dialog als schmale Spalte darunter. Viele Seiten sehen deshalb luftig aus, mit viel Weiß.
Was ist eine Drehfassung?
Die Drehfassung ist die Version eines Drehbuchs, nach der tatsächlich gedreht wird. Sie hat festgeschriebene Szenennummern, kann Kameraangaben und Inserts enthalten und hält Änderungen mit Markierungen und datierten Austauschseiten fest. Gestrichene Szenen bleiben als „entfällt“ stehen, damit sich die Nummerierung nicht verschiebt.
Wer schreibt ein Drehbuch?
Drehbuchautorinnen und Drehbuchautoren, allein, im Team oder im Writers' Room. Häufig schreiben auch Regisseurinnen und Regisseure ihre Drehbücher selbst oder gemeinsam mit einer Autorin. In Deutschland vertritt der Verband Deutscher Drehbuchautoren (VDD) die Interessen des Berufsstands.